Den richtigen Verkaufspreis zu finden ist die wichtigste Einzelentscheidung beim Immobilienverkauf. Zu hoch, und Sie verkaufen nicht. Zu niedrig, und Sie verschenken Geld. Diese Methoden haben sich in der Praxis bewährt.
Warum der "gefühlte" Wert trügt
Wir alle neigen dazu, unsere eigene Immobilie höher zu bewerten als sie am Markt tatsächlich erzielbar ist. Das ist menschlich, aber teuer. Käufer vergleichen nüchtern. Sie sehen Dutzende Inserate, kennen die Marktpreise in der Gegend, und machen ernsthafte Angebote nur, wenn der Preis dem Markt entspricht.
Methode 1: Vergleichspreise recherchieren
Der zuverlässigste Anhaltspunkt sind tatsächliche Verkaufspreise vergleichbarer Immobilien in derselben Gegend. Auf willhaben.at und ImmoScout24.at sehen Sie aktuelle Angebotspreise. Diese liegen oft 5 bis 10% über dem, was tatsächlich bezahlt wird. Für echte Transaktionspreise gibt es in Österreich die Kaufpreissammlung der Wirtschaftskammer sowie öffentliche Grundstücksdatenbanken der Bundesländer.
Methode 2: Online-Bewertungsrechner als Orientierung
Plattformen wie immowert.at oder der Schätzrechner der WKO geben eine erste grobe Einschätzung basierend auf Lage, Größe und Baujahr. Diese Tools sind kein Ersatz für eine Marktanalyse, aber ein guter Ausgangspunkt um die eigene Einschätzung zu kalibrieren.
Methode 3: Kostenlose Einschätzung durch einen Experten
Viele Immobilienprofis bieten kostenlose Erstbewertungen an, auch ohne Maklervertrag. Verlassen Sie sich dabei nie auf eine einzelne Zahl: Holen Sie zwei unabhängige Einschätzungen ein und vergleichen Sie sie mit tatsächlich erzielten Verkaufspreisen. Wer eine dokumentierte Zahl für Inserat und Preisverhandlung braucht: Im NoMak-Paket ist die systemgestützte, dokumentierte Einwertung bereits enthalten. Das Gespräch dauert meist 30 bis 60 Minuten und gibt Ihnen eine realistische Einschätzung auf Basis lokaler Marktkenntnis. Nutzen Sie diese Option, bevor Sie einen Preis festlegen.
Die wichtigsten Preisfaktoren
Lage ist der dominante Faktor: Straße, Bezirk, Infrastruktur, Lärmbelastung. Danach kommen Zustand und Ausstattung, Wohnfläche, Grundstücksgröße bei Häusern, Etage und Ausrichtung bei Wohnungen, sowie der Energieausweis. Sanierungsbedarf wird von Käufern überproportional negativ gewichtet. Rechnen Sie mit Abzügen, die deutlich über den tatsächlichen Sanierungskosten liegen können.
Der richtige Einstiegspreis
Setzen Sie den Preis so an, dass Sie noch Verhandlungsspielraum haben, aber nicht so hoch, dass Sie seriöse Interessenten von vornherein abschrecken. Ein gut begründeter Preis mit 3 bis 5% Spielraum ist besser als ein Fantasiepreis der nach drei Monaten mehrfach reduziert werden muss. Preissenkungen werden auf Portalen sichtbar und machen Käufer misstrauisch.
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