Verhandlung

Käufer verhandeln den Preis runter: Wie reagiere ich richtig?

← Zurück zum Blog

Kaum ein Käufer zahlt den ersten Angebotspreis. Das ist kein Zeichen mangelnden Interesses, sondern normales Verhandlungsverhalten. Wer als Verkäufer darauf vorbereitet ist, behält die Kontrolle.

Warum Käufer verhandeln

Käufer verhandeln aus zwei Gründen: weil sie das Gefühl haben wollen, etwas erreicht zu haben, und weil sie tatsächlich nicht mehr zahlen möchten als nötig. Beides ist rational. Ihre Aufgabe ist es, diesen Prozess zu gestalten ohne mehr nachzugeben als Sie wollen.

Definieren Sie Ihren Mindestpreis vorab

Bevor Sie die erste Besichtigung durchführen, legen Sie für sich fest: Was ist der absolute Mindestbetrag, bei dem ich verkaufe? Und verhandeln Sie ernsthaft nur mit Interessenten, die eine Finanzierungsbestätigung ihrer Bank oder einen Eigenmittelnachweis vorlegen. Das ist Standard und schreckt seriöse Käufer nicht ab. Eine mündliche Einigung ist übrigens keine: Lassen Sie ein schriftliches Kaufanbot mit Bindungsfrist unterschreiben, üblich sind etwa 14 Tage. Unter diesem Betrag sagen Sie nein, konsequent und ohne Entschuldigung. Wenn Sie diesen Betrag nicht vorab kennen, werden Sie in der Hitze der Verhandlung zu Entscheidungen gedrängt, die Sie später bereuen.

Das erste Gegenangebot: Nicht sofort nachgeben

Wenn ein Käufer 15.000 Euro unter Ihrem Angebotspreis anbietet, ist die schlechteste Reaktion, ihm sofort auf halbem Weg entgegenzukommen. Das signalisiert: Es ist noch mehr drin. Reagieren Sie stattdessen mit einer kurzen Begründung, warum Ihr Preis gerechtfertigt ist, und einem kleinen Zugeständnis, aber nicht mit der halben Differenz. Ein durchgerechnetes Beispiel: Angebotspreis 280.000 Euro, der Käufer bietet 265.000. Antworten Sie etwa: "Der Preis berücksichtigt Zustand und Lage bereits. Ich kann Ihnen bei 276.000 Euro entgegenkommen." Die Formulierung "letztes Angebot" heben Sie sich für die tatsächlich letzte Runde auf, und nur dann, wenn Sie es auch durchziehen.

Womit Käufer argumentieren, und wie Sie antworten

"Die Küche ist veraltet." Stimmt, der Preis berücksichtigt das bereits. "Das Nachbarinserat ist günstiger." Dann zeigen Sie, warum Ihre Immobilie besser ist. "Wir müssten noch viel investieren." Fragen Sie zurück: Welche konkreten Investitionen meinen Sie? Das Gespräch sachlich halten, nicht defensiv werden.

Wenn mehrere Interessenten da sind

Das ist Ihre stärkste Verhandlungsposition. Teilen Sie sachlich mit, wenn es mehrere ernsthafte Interessenten gibt. Das ist keine Manipulation, sondern Information. "Es gibt noch eine weitere Partei die Interesse bekundet hat" ist eine legitime und oft entscheidende Aussage.

Wann Sie nein sagen

Nein sagen ist kein Scheitern. Oft ist es die klügste Entscheidung. Wenn ein Angebot unter Ihrem Mindestpreis liegt und keine Bewegung erkennbar ist, lassen Sie den Interessenten ziehen. Ein erzwungener Verkauf unter Wert ist kein gutes Ergebnis. Der nächste Interessent kommt.

Bereit für den nächsten Schritt?

Kostenlose Erstberatung durch einen erfahrenen Immobilienexperten, unverbindlich und innerhalb von 24 Stunden.

Jetzt kostenlos anfragen